Ahnenforschung

Altes Porzellan / Allgemeines / Bedeutung Bürgerorte / Infos zum Namen Iten /

Geschichte Bauernhöfe meiner Vorfahren / Meine Eltern / Grossvater /

Grossmutter / Eine Hochzeit anno 1946 / Kindersterblichkeit /

Deutsche Verwandte / Markt Peiting /  Burggen / Markt Thüngen / 

Beide Weltkriege / Anselm Beinberger / Vorfahren als Soldaten / 

Geschichte Unterägeri / Geschichte Oberägeri / Morgartendenkmal

Dies war mal das Porzellan meiner Urgrossmuter Kreszentia Beinberger. Mehr zu ihrem Leben erfahrt ihr in der Rubrik Mithilfe gefragt. Nach ihrem Tod hatte es eine Nachbarin aufbewahrt bis meine Grossmutter einen eigenen Haushalt gründete. Wenige Wochen bevor meine Grossmutter starb, hat sie mir dieses schöne Porzellan vermacht. Seit es in meinem Besitz ist interessiert es mich woher dieses Porzellan ursprünglich kam. Beschreibung der Porzellanmarke: Oben ist eine Krone zu sehen, in der Mitte eine schnörkeliges Zeichen, darunter steht "Elfenbein Porzellan" und zuletzt steht teilweise noch eine Nummer (Bild unten). Der Grundton des Porzellans ist elfenbeinfarben, die Blumen sind rotorange und gelb. Die Teller sind achteckig mit abgerundeten Ecken und teilweise gewellten Kanten. Übrigens: Das Tischtuch auf dem das Porzellan auf diesem Foto steht, hat meine Urgrossmutter Stefania Iten-Letter mit Stickereien verziert. 

Dies ist die oben erwähnte Porzellanmarke. Eine ähnliche hatte die Firma Winterling in Kirchenlamitz seit 1921. Diese Porzellan-Manufaktur wurde 1907 in Röslau gegründet. Sie hatte auch Fillialen in Schwar- zenbach (ab 1917) und Win- disch-Eschenbach (1929). Die Winterling-Manufaktur war offenbar bekannt für Indisch blau Porzellan mit Zwiebel-  oder Strohblumenmuster. Ob sie auch Porzellan in der Form und Farbe meines Services hergestellt haben, konnte ich noch nicht herausfinden. Der letzte Link unten zeigt die Porzellanmarke, die von 1909 bis 1917 von der Firma Oscar Schaller & Co. in Schwarzen- bach verwendet wurde. Diese wurde 1917 von der Winterling Porzellan AG übernommen und hiess "Oskar Schaller & Co Nachfahren". Übrigens, das schnörkelige Zeichen soll ein  S und ein C darstellen.

Ahnenforschung betreibe ich schon seit mehr als zehn Jahren. Meine Eltern heissen beide Iten und kommen aus dem schönen Ägerital. Im Jahr 2003 ist, pünktlich zum Iten-Treffen, eine neues Buch in zwei Bänden über das Ägerital erschienen. Ich habe bereits einen Grossteil davon gelesen und viel Neues über die Geschichte des Ägeritals erfahren. Dieses Werk ist empfehlenswert: Ägerital - seine Geschichte, von Renato Morosoli, Roger Sablonier und Benno Furrer.

Es gibt bereits einen ziemlich grossen Stammbaum des Geschlechtes Iten. Deshalb war es für mich eine leichte Aufgabe, Angaben über meine Ururgross- eltern und Urgrosseltern zu erhalten. Mich interessieren aber nicht nur Geburts-, Heirats- und Todesdaten dieser Personen, sondern auch das Umfeld in dem sie lebten. Nur schon wenn meine Eltern von ihrer Kindheit erzählen, findet man sich in einer ganz anderen Welt wieder.

Neben der Familie Iten erforsche ich auch die Familien Letter, Besmer, Meier aus Oberägeri, die Familie Schwager aus Ifwil/TG sowie die Familien Beinberger und Schleich aus Peiting/Bayern und die Familien Weidner, Reuss, Beifuss, Trenkert aus Hesslar/Karlstadt in Franken/Bayern. Mehr dazu findet ihr hier

Meine neuesten Forschungen betreffen Vorfahren, die in die USA ausgewandert sind. Es handelt sich dabei vor allem um Personen namens Iten. Zuvor konnte ich einen anderen speziellen Erfolg verzeichnen: Ich konnte die Grabstätte meines Urgrossonkels Anselm Beinberger ausfindig machen. Er war im 1. Weltkrieg in Frankreich gefallen, ein Foto der Grabstätte könnt ihr hier sehen.

Im Familiennamenbuch der Schweiz sind alle schweizerischen Familiennamen aufgeführt und dazu deren Bürgerorte angegeben sowie seit wann sie dort verbürgert sind. Wenn sich eine Familie erst im 20. Jahrhundert irgendwo hat einbürgern lassen, steht auch wo sie davor verbürgert waren bzw. woher sie kamen. Heutzutage wohnen viele Leute nicht mehr in dem Ort, von dem sie das Bürgerrecht haben.

Der Bürgerort war früher dafür zuständig, sich um die Armen und Kranken zu kümmern, auch wenn seine Bürger in einem anderen Ort wohnten, das war sozusagen das frühere Sozialsystem. Den Bürgerort seiner Vorfahren zu wissen, ist sehr wichtig für die Ahnenforschung in der Schweiz. Man kann nämlich in den Bürgerbüchern ganze Familieneinträge finden und das über mehrere Generationen hinweg, falls die Vorfahren lange am gleichen Ort lebten.

Allerdings ist es nicht immer einfach an die Bürgerbücher bzw. die Informationen daraus heranzukommen. In meinem Fall bekam ich in einem Dorf ohne weiteres und kostenlos die Kopien der Originaleinträge von zwei Familien. Im Nachbardorf hingegen müsste ich einen Antrag auf Einsicht in die Bücher an den Bürgerrat stellen. Wenn dieser dann genehmigt wird, könnte ich die Bücher selber einsehen, müsste aber auch alles abschreiben, da kopieren dort nicht erlaubt ist.

In den Einträgen, die ich erhalten habe, waren auch alle Kinder eingetragen, die in Deutschland geboren worden sind. Es waren auch deren Geburtsdaten sowie Ehepartner und Heiratsdaten angegeben. Besonders wichtig für mich war die Angabe des Geburtsortes meiner deutschen Ururgrossmutter. Es war die einzige Quelle, die ich gefunden hatte, wo ihr Geburtsort richtig angegeben war. Inzwischen konnte ich drei weitere Generationen ihrer Vorfahren in Deutschland finden.

Teller mit zwei Iten Wappen im Obererliberg

Der Familienname Iten kommt in dieser Schreibweise in der Schweiz
vor allem in zwei Orten vor: Oberägeri und Unterägeri im Kanton Zug.
Die Iten, früher Itun, wanderten vom angrenzenden Kanton Schwyz ein.
Sie gehörten zu den sieben ältesten Bürger-Geschlechtern im Ägerital.
Einige Linien verzweigten sich schon früh in andere Orte im Kanton Zug
und nach Melligen im Kanton Aargau, wo sie auch heute noch bestehen.
Daneben gibt es noch die Schreibweisen Itten im Kanton Bern,
Ittin/Itin im Kanton Basel und Item im Kanton Graubünden.
Es besteht aber keine Verbindung zu den Iten aus dem Kanton Zug,
ausser dass der Ursprung des Namens wohl in allen Fällen der
Frauenname Ida/Ita war,

Da das Ägerital durch Hügel rundherum ziemlich von der Aussenwelt
abgeschnitten war und der Weg in die Stadt Zug früher sehr
beschwerlich war, zogen nur wenige vom Ägerital weg. So kam es,
dass alle alten Geschlechter immer wieder untereinander heirateten.
So habe ich 3 von 4 Grosselternteile sowie 5 von 8 Urgrosselternteilen,
die Iten heissen. Alle eingeheirateten Frauen ab den Ururgrosseltern
weiter zurück stammten auch aus alteingesessenen Geschlechtern.
Da ich diese Angaben aber noch nicht in den Primärquellen nachgeprüft
habe, habe ich sie bei geneanet und gedbas noch nicht veröffentlicht.

Es gibt einen ausführlichen Stammbaum auf einer riesigen Tafel, auf dem
alle Iten-Linien ausgehend vom ersten Johann Iten im Ägerital erwähnt sind.
Leider sind aber nur die Jahreszahlen, nicht die genauen Daten erwähnt.
Zudem sind oft nur die Söhne/Brüder erwähnt, nicht aber die Töchter/
Schwestern. Bei Leuten, die nach Amerika ausgewandert sind, fehlen
die Angaben nach der Auswanderung, also auch die Nachkommen.
Ich habe es mir zur Aufgabe gemacht, allen Hinweisen auf Iten-Familien,
die im 19. Jahrhundert nach Amerika ausgewandert sind, nachzugehen.
Einen kleinen Teil der Ergebnisse dieses Projektes könnte ihr hier nachlesen.

Das Bauernhaus Obererliberg oberhalb von Oberägeri. Hier ist mein Vater aufgewachsen. Dieses Haus diente bis zum Tod meiner lieben Grossmutter als Treffpunkt der ganzen Familie. Wenn wir an einem Wochenende hinkamen, trafen wir stets auf einen Onkel oder eine Tante mit Familie. Ich selber war früher ab und zu hier in den Ferien. Rund ums Haus und beim Stall gab es immer viel zu entdecken. Am liebsten spielte ich aber auf dem geräumigen Dachboden. Hier wurden Möbel, Matratzen und viele andere interessante Dinge gelagert. Im Winter rodelten wir den Hang links und rechts vom Haus hinunter. Dieses ca. 100 jährige Bauernhaus wurde leider im Frühling 2005 abgerissen. Ich war Ende 2004 dort, um noch einige interessante Sachen für meine Ahnenforschung zu retten.

Bauernhaus Obererliberg

Der Untererliberg und der Hof Grund in Oberägeri. Auf den Hof Untererliberg kam meine Ururgrossmutter mit ihren 7 Kindern nach dem Tod ihres Mannes. Zeitweise wohnte sie aber auch in der Unteren Münz in der Stadt Zug, wo sie auch arbeitete. Ihre Söhne wurden schon früh zu anderen Bauern zur Arbeit gegeben. Später verbrachten sie einige Jahre als Melker in der Normandie. Zwei Söhne wanderten nach Amerika aus, die anderen beiden kamen auf den Hof Untererliberg zurück. Der eine kaufte später einen Hof in Menzingen oder Neuheim. Mein Urgrossvater Franz Josef Iten blieb auf dem Hof Untererliberg. 1935 jedoch übernahm er den Hof Grund, wo seine Frau Stefania Letter aufgewachsen war. Bei diesem gab es im Jahr 1928 mal einen Brand.

Der Hof Grund

Die Höfe Nügaden und Unterfurren in Unterägeri. Mein 3xUrgrossvater Jakob Iten kaufte den Bauernhof Nügaden (7 Kühe) 1868 den Wimatter Gebrüdern ab. 1918 übernahm sein Enkel Albert Iten-Iten den Hof Nügaden. Dieser verstarb 1943 und der Hof Nügaden wurde 1946 versteigert. Er gelangte in den Besitz von Theodor Zimmermann aus Ennetbürgen. Nach seinem Tode gehörte der Hof seiner Ehefrau Marie geborene Iten. Sie war die Tochter von Albert Iten-Iten und eine Schwester meiner Grossmutter Käthi Iten-Iten. Albert Iten-Merz, mein 2xUrgrossvater, erwarb 1913 den Bauernhof Unterfurren (8 Kühe) und gewährte seinem Vater Jakob Hausrecht. 1950 folgte der ohne männliche Nachkommen gebliebene Sohn Xaver Iten-Soler (Bruder meines Urgrossvater Albert Iten-Iten).

Der Hof Nügaden mit dem Ehepaar Lussi.

Die Bauernhöfe Acher und Widen in Unterägeri. Die Sippe der Fazi-Oslis war schon seit etwa 1800 auf dem Bauernhof Acher West. Es begann mit Johann Bonifaz und ging über Martin Oswald und Franz Paul zu Alois Iten. Dieser heiratete die Witwe Pauline Ötiker und 1945 gelangte der Hof in den Besitz ihres Sohnes Josef Ötiker-Waser. Mein 2xUrgrossvater Oswald Iten, Bruder des obigen Alois Iten, erwarb 1898 die Unterwiden (9 Kühe) und 1919 auch die Oberwiden mit gleichem Ertrage. Später übernahmen seine Söhne die beiden Bauernhöfe. Aois Iten-Doswald die Unterwiden, Theodor Iten-Heinrich die Oberwiden.

Das Bauernhaus Blacki in Unterägeri. In diesem Haus lebten meine Urgrosseltern Franz Dominik Iten, genannt Sager Fränzeli und Anna Maria Iten. Leider konnte ich noch nicht herausfinden, wann sie das Haus übernommen haben bzw. dort eingezogen sind. In der Geschichte des Blacki im Buch "Die Iten - Talleute zu Ägeri werden meine Urgrosseltern jedenfalls nicht erwähnt. Doch Tatsache ist, dass mein Grossvater Alfred Iten, genannt Furrer Fridel, 1909 dort geboren worden ist. Die Familie verlor das Haus nach dem Tod des Vaters 1911.

Haus Blacki

Der Bauernhof Oberfurren in Unterägeri. Der Hof Oberfurren gehörte Verwandten von meinem Grossvater Alfred Iten. Leider weiss ich immer noch nicht genau, ob es sich um Verwandte seines Vaters oder seiner Mutter handelt. Mein Grossvater war dort als junger Mann als landwirtschaftlicher Helfer beschäftigt. Er wohnte auch nach der Hochzeit 1946 noch dort, die ersten drei Kinder Alfred, Paulina und Gertrud wurden dort geboren.

Der Bauernhof Rogeneu in Unterägeri. Hier lebten meine Grosseltern Alfred und Heidi Iten-Schwager anfangs der 50er Jahre. Der Sohn Jörg wurde hier geboren. Das Haus gehörte Gottfried Keiser-Iten, seine Frau Marie war eine Schwester meines Urgrossvaters väterlicherseits, Albert Iten-Iten. Meine Urgrossmutter Stefania Iten-Letter wohnte auch mal dort (oder in der Nähe).

Bauernhof Lutischwand in Unterägeri. Hier wohnten meine Grosseltern Alfred und Heidi Iten-Schwager mitte der 50er Jahre. Hier wurden traurige aber auch glückliche Stunden verbracht. Traurige weil der Sohn Jörg 1956 starb (=>Kinder sterblichkeit), glückliche weil die jüngste Tochter Silvia hier geboren wurde.

Mein Vater wuchs mit 11 Geschwistern auf dem Bauernhof Obererliberg in Oberägeri auf. Sein Vater Franz Iten gehört zu den "Tschuppler", seine Mutter Käthi Iten ist im "Nügaden" aufgewachsen. Alle Kinder mussten schon früh mithelfen sei es im Haus oder auf dem Hof. Sie haben heute noch einen sehr guten Zusammenhalt und treffen sich mit Anhang einmal im Jahr im Ägerital.

Seine Eltern: Vater Franz Iten ist auf dem Bauernhof Untererliberg und ab 1935 auf dem Bauernhof Grund in Oberägeri aufgewachsen. Seine Eltern waren Franz Josef und Stephania Iten-Letter. Er war der älteste von 9 Söhnen, wovon 2 bereits im Kleinkindesalter starben. Als Franz dann eine eigene Familie gründete übersiedelte er in den Obererliberg. Seit dem Tod seiner Frau wohnt er bei seiner jüngsten Tochter in Flums. Mutter Käthi Iten ist auf dem Nügaden in Unterägeri aufgewachsen. Diesen Bauernhof gibt es schon lange nicht mehr, denn er brannte total nieder. Ihre Eltern hiessen Clara und Albert Iten und starben schon sehr früh. Käthi hatte noch 9 Geschwister, die meisten habe ich auch gekannt. Inzwischen leben nur noch 4 davon, Käthi ist im August 1992 gestorben.

Meine Mutter wuchs in einem freistehenden Haus, Feldhüsli genannt, in Unterägeri auf. Da meine Grossmutter auch ausser Haus arbeitete, mussten meine Mutter und ihre Schwestern viel im Haushalt mithelfen. Zudem besassen sie einen grossen Garten, aus dessen Ernte sie Gemüse verkauften. Auch erzählt meine Mutter oft vom Heftli verteilen und einkassieren im ganzen Dorf.

Mein Grossvater 1942 im Spital Schwyz.

Alfred Iten, mein Grossvater mütterlicherseits, wurde Furrer Fridel genannt und war der jüngste Sohn von Sager Fränzeli. Mein Grossvater verlor seinen Vater bereits 1911, seine Mutter konnte danach nicht auf der Sagerei bleiben, so kamen die Kinder ins Waisenhaus. Schon während der Schulzeit musste Alfred arbeiten gehen als Laufjunge der Eisenhandlung. Später kam Alfred auf den Bauernhof Oberfurren (daher sein Übername) zu Verwandten, wo er stets tatkräftig mithalf. Gerne hätte er eine Friseur Ausbildung gemacht, doch er konnte das Lehrgeld nicht aufbringen. Im Zweiten Weltkrieg war er im Militär dienst und erlitt einen Unfall mit seinem Pferd. Dabei wurde ihm eine Niere zertrümmert und er musste einige Wochen im Spital bleiben. Aus dieser Zeit ist noch eine Karte erhalten geblieben, die er den Angehörigen nach Hause sandte.

Schwyz d. 26. Juni 1942
Meine Lieben

Schnell einige Zeilen von mir. Es geht mir jetzt ganz
gut. Werde also nechste Woche vom Spital entlassen.
Letzten Donnerstag ist in Schwyz ein ganzes Battelion
eingerückt, so dass sich die Patsienten ums Doppelte
fermerten. Gestern ging über unsere Gegend ein
schweres Gewitter mit Hagelschlag. Der Blitz schlug
in einen Baum zirka 30 meter vom Spital, er wurde
sehr schwer beschedigt. Ich war gerade mit Abwassen
beschäftigt, war so erschroken, dass ich einen Teller
fallen liess. Bekam gestern von der Schwester einen
liter Wein für die grosse Hilfe. Habe inner 7 Tagen 1 ½ kg
zugenommen. Inzwischen bleibet gesund und Heuet waker.

Mit Gruss, Friedel

Später lernte er seine Frau kennen, die damals im Haushalt der Familie Merz im Seehof arbeitete. Nach seiner Heirat mit Heidi Schwager im Jahr 1946 wechselte er mit der wachsenden Familie mehrmals seinen Wohnsitz. Bevor sie im Frühling 1957 das Feldhüsli an der Bühlstrasse übernahmen, wohnten sie in den Höfen Oberfurren, Rogeneu und Lutischwand. Im Oktober 1956 mussten sie einen schweren Verlust hinnehmen, als ihr jüngerer Sohn Jörg (3 1/2 jährig) an der Zuckerkrankheit starb. Mein Grossvater arbeitete bis zu seiner Pensionierung als Forstarbeiter/Akkordholzer im Rossbergwald. In dieser Zeit erlebte er auch einige Unfälle, unter anderem wurde er einmal vom Blitz gestreift. In den letzten zehn Jahren seines Lebens wurde er zunehmend von der Krankheit Asthma geplagt. Von einer Lungenentzündung im Oktober 1987 erholte er sich nicht mehr richtig und starb Mitte November.                                                                      

Meine Grossmutter wurde am 21. März 1922 in Iffwil/Balterswil geboren und erhielt die Namen Ida Adelheid Schwager. Ihre Eltern waren Eugen Josef Schwager aus Iffwil/Balterswil und Kreszentia Beinberger aus Peiting/Bayern. Meine Grossmutter hatte noch vier jüngere Geschwister: Martha, Eugen, Ludwig und Gertrud. Inzwischen sind bis auf Gertrud alle verstorben. Balterswil gehörte damals schon kirchlich und heute auch politisch zu Bichelsee. Die beiden ländlichen Dörfer befinden sich im südlichen Thurgau, auch Hinterthurgau oder Tannzapfenland genannt. In der Nähe liegen Eschlikon, Dussnang + Fischingen.

Die Erstkommunion konnte meine Grossmutter am 27. April 1930 feiern. Sie wurde von Pfarrer Paul Bauer in der Katholischen Pfarrkirche in Bichelsee durchgeführt. Die Firmung konnte sie zusammen mit ihrer Schwester Martha am 16. April 1940 feiern. Wenige Monate später, am 11. Juli 1940 starb ihre Mutter, die an Krebs erkrankt war. Zu dieser Zeit arbeitete meine Grossmutter bereits einige Jahre in der Seidenweberei in Tannegg bei Dussnang. Den Arbeitsweg legte sie jeweils mit dem Fahrrad zurück.

Kurz nach dem Tod der Mutter nahm meine Grossmutter eine Stellung bei einer Familie im Kanton Zürich an. Doch da es ihr dort gar nicht gefiel, verliess sie diese Stellung bald wieder. Sie fand rasch eine neue Stellung im Luzernischen Rothenburg. Um 1942 war sie bei der Familie Baumgartner im Zugerischen Hünenberg. Zuletzt war sie bei der Familie Merz im Seehof in Unterägeri. Während dieser Zeit lernte sie auch meinen Grossvater Alfred Iten bzw. Furrer Fridel kennen und lieben.

Am Tag der Firmung: Die Dame mit Hut ist Heidi, die Dame links Martha.

Interessante historische Informationen über die Heimat meiner Grossmutter: http://www.bichelsee-balterswil.ch/ (oben links Portrait anklicken, danach herunter scrollen und Geographie sowie Geschichte anklicken)

Am 15. Juni 1946 läuteten für meine Grosseltern mütterlicherseits in Allenwinden die Hochzeitsglocken. Die Gesellschaft besammelte sich beim Hause Wagnerei Müller in Unterägeri. Von dort aus fuhr man mit einem Autocar nach Allenwinden. Nach der Trauung gab es eine kleine Carfahrt via Küssnacht nach Gersau. Diese wurde von einem Bruder meines Grossvaters organisiert, der auch in Unterägeri wohnte. Der Blumenschmuck am Autocar und in der Kirche sowie die Brautbouquets kostete insgesamt Fr. 59.00. Das Hochzeitsessen wurde im Hotel Müller in Gersau eingenommen. Die Hochzeitsgesellschaft war nicht sehr gross, denn es wurden nur 18 Mittagessen eingenommen. Zusammen mit den Getränken mussten für das Hochzeitsessen Fr. 267.70 bezahlt werden. Danach führte die Carfahrt weiter per Fähre nach Beckenried und via Stans und Luzern wieder retour ins schöne Ägerital. Die gesamte Carfahrt mit dem 18-Plätzercar kostete inklusive der Gebühren für die Fähre Fr. 190.00. Bereits Anfang Juni 1946 bestellte mein Grossvater eine Schlafzimmer-Einrichtung. Diese sollte bis 13. Juni geliefert werden, kostete Fr. 2500.00 und wurde in zwei Raten bezahlt. Das Schlafzimmer war also viel teurer als die ganze Hochzeit!

Im Oktober 1956 starb Jörg Eduard, der jüngere Bruder meiner Mutter, im Alter von nur 3.5 Jahren an der Zuckerkrankheit. Wie sich meine Mutter erinnert,   war er nur etwa drei Tage lang krank, nachdem der auf dem Heimweg vom Einkaufen zusammen gebrochen war. Er wurde, wie es damals üblich war, zu Hause aufgebahrt und viele Leute kamen zum Beten vorbei. Am Tag der Beerdigung begab sich der Trauerzug auch bei eisiger Kälte zu Fuss zur Kirche.

Aus der Todesanzeige: Es war Gottes Wille unser innigstgeliebtes Kind, Jörgli nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 3.5 Jahren zu sich in die Schar der Engel aufzunehmen. Aus dem Pfarreiblatt Unterägeri: Unter den Verstorbenen der Pfarrei Unterägeri waren in diesem Jahr sechs Kinder. (Namen aufgelistet)

Wer heute einen Gang zum Gottesacker tut, der trifft eine ganze Reihe von frischen Grabeshügeln, die seit dem Oktober dort aufgeworfen wurden. Zweimal kam der Tod in die Kinderstube. Die Familie A. Iten-Schwager, die vordem in der Lutischwand wohnte, betrauert das 3jährige Söhnchen Jörg, das nach kurzer Krankentagen so schnell den Flug in den Himmel nahm. Die Familie x im y hat ihr einziges Kind Josef als Blume des Himmels ofpern müssen. (Quelle unbekannt)

Ein sehr interessanter Verwandschaftszweig ist für mich derjenige einer Urgrossmutter mütterlicherseits. Meine Grossmutter kam vom Kanton Thurgau ins Ägerital. Ihre Mutter (Kreszentia Beinberger) stammte aus Deutschland, aus Markt Peiting im Kreis Schongau in Bayern. Sie hatte während des ersten Weltkrieges zwei eventuell uneheliche Kinder. Danach arbeitete sie als Köchin bei einer reichen Familie in der Nähe von Baden in der Schweiz. Ich habe einen Bruder meiner Urgrossmutter (Johann Beinberger) und vor allem seine Frau noch gekannt. Ein anderer Verwandter aus Deutschland (Hugo Beinberger) hat meinen Eltern einmal von der Zeit im Zweiten Weltkrieg erzählt. Nach seinem Bericht war er damals an der Ostfront und geriet in Russische Kriegsgefangenschaft. Nach dem Bericht meiner Grosstante geschah dies bei Stalingrad, danach soll er in Sibirien gewesen sein. Letzteres bezweifle ich jedoch stark, denn die meisten russischen Lager befanden sich gar nicht in Sibirien. Wie er erzählte, kam er früher als viele andere Deutsche wieder nach Hause, weil die Russen ihn für einen Österreicher hielten. Leider hatte ich selber nie Gelegenheit, mit ihm darüber zu sprechen, er ist inzwischen auch verstorben. Die Geschichte seiner Frau Barbara bzw. Babette (lediger Name weiss ich leider nicht mehr) wäre sicher auch interessant gewesen. Sie wuchs in Eisendorf (=Zelezna) auf und heiratete dort ein erstes Mal. Eisendorf liegt im Sudetenland (Tschechien) direkt an der Grenze zu Bayern. Sie verlor ihren ersten Mann im Zweiten Weltkrieg, die näheren Umstände sind mir aber nicht bekannt. Nach Kriegsende wurde sie von den Tschechen vertrieben und landete schliesslich irgendwann in Peiting.

Dies ist das Haus meiner deutschen Verwandten

Die Umgebung von Peiting war anscheinend schon zur Römerzeit bewohnt. Die Römerstrasse Via Claudia Augusta führt in der Nähe vorbei. 1956 entdeckte   man an dieser Strasse ein römisches Landgut. Das Hauptgebäude und das Badegebäude sind teilweise freigelegt. Die Gebäude enthielten Heizungsanlagen, die Räume waren mit Wandmalereien verziert. Diese Villa Rustica war wohl vom zweiten bis ins vierte Jahrhundert bewohnt.

Meine Vorfahren in Peiting waren als Landwirte und Forstarbeiter oder im Kohlenbergwerk tätig. Dieses wurde nach dem 1. Weltkrieg gegründet, da Deutschland damals mit den Gebietsabtretungen des Versailler Vertrags mehrere wichtige Kohleabbaugebiete verlor. Bis zu seiner Schliessung Mitte der 60er Jahre waren dort eine Grosszahl der männlichen Einwohner Peitings beschäftigt. Während dieser Zeit konnten sich keine Firmen ansiedeln, die vor allem männliche Arbeitskräfte brauchten. Doch nach der Schliessung des Bergwerks wurden solche Arbeitsplätze dringend benötigt. Somit siedelten sich dann diverse Firmen aus diversen Branchen in Peiting an.

Schon länger gab es das Kohlenbergwerk in Peissenberg. Der Abbau von Kohle begann dort 1837, die Schächte und Stollen wurden in den Jahren 1847 bis 1938 erweitert. Von 1954 bis 1961 wurden die beiden Gruben von Unterpeissenberg und Hohenpeissenberg verbunden. Nach der Schliessung des Bergwerks von Peiting wechselten viele Peitinger Bergmänner nach Peissenberg. Doch Ende 1969 wurde auch dieses Kohlenbergwerk geschlossen, da keine Gewinne mehr erzielt werden konnten.

http://www.knappenverein-peissenberg.de/

http://www.bergbau-peissenberg.de/index.html

http://www.peissenberg.de/Kultur-Freizeit/bergbaumuseum/

Bei der Suche im Internet bin ich zufällig darauf gestossen, dass ein Zweig der Familie Beinberger seit 1878 in Burggen im Auerbergland lebt. "1877: Verkauf des Anwesens von Johann Schuster (Landwirt + Schäffler) an Bertha Schorer und deren Vater Johann Schorer. 1878: Franz Xaver Beinberger aus Peiting heiratete in das Anwesen ein. Diese Familie ist bis heute auf dem Haus ansässig."
War dieser Franz Xaver ein älterer Bruder meines Ururopas Johann Beinberger? Oder waren sie vielleicht Cousins? Jedenfalls wäre es sehr wichtig für mich zu wissen, ob zwischen den beiden eine verwandtschaftliche Verbindung bestand. Die Cousine meiner Grossmutter hat mir bestätigt dass die Beinbergers von Burggen entfernte Verwandte von ihr sind, genaueres weiss sie leider nicht.

Mein Vorfahre Melchior Joseph Iten wanderte von Oberägeri nach Thüngen aus. Er heiratete dort im Jahre 1878 Anna Barbara Weidner von Hesslar bei Karlstadt, sie hatten sieben Kinder. Thüngen liegt heute im Nordwesten des Bundeslandes Bayern. Das Städtchen wurde 1814 dem Königreich Bayern angeschlossen. 1879 fuhr der erste Zug durch Thüngen und 1885 wurde der erste Kindergarten eröffnet. Im gleichen Jahr wurde auch mein Urgrossonkel Joseph Anton Iten geboren. Ein Jahr später folgte mein Urgrossvater Franz Joseph Iten. Als im Jahr 1892 die Ludwigslinde zu Ehren des bayrischen Prinzen Ludwig gepflanzt wurde, wohnten meine Vorfahren wohl nicht mehr in Thüngen. Denn Melchior Joseph Iten verstarb im August 1891 und die Witwe Anna Barbara Weidner musste mit den Kindern in die Schweiz zurückkehren. Sie taucht in der Steuerliste der Stadt Zug mit der Adresse Untere Münz auf. Später lebte sie aber auf dem Bauernhof Untererliberg in Oberägeri. Die Kinder wurden nach der Schulzeit bei Bauern verdingt und drei Söhne verbrachten später einige Zeit als Melker in der Norman- die in Frankreich. Alle vier Söhne heirateten im Erliberg in Oberägeri, dem Heimat ort ihres Vaters. Ein Sohn, mein Urgrossvater, übernahm den Untererliberg, ab 1935 den Bauernhof Grund. Der jüngste Sohn war zuerst auch auf dem Unter- erliberg, kaufte dann aber einen eigenen Hof in Menzingen oder Neuheim. Zwei Söhne wanderten in die USA aus, die Töchter lebten in Basel und Glarus. 

Eisendorf lag im damaligen Landkreis Bischofteinitz im Sudetenland. Heute heisst der Ort Zelezna und liegt im Bezirk Pilsen in Tschechien. Zur Gemeinde Eisendorf gehörten auch Walddorf, Ruhstein, Franzelhütte und Eisendorfhütte. Seit dem 23. Juli 1905 war Eisendorf eine Marktgemeinde. Der Name Eisendorf geht übrigens auf frühere Eisenbergwerke zurück. 1898 ereignete sich in Eisendorf ein Grossbrand, infolgedessen 600 Personen obdachlos wurden. 1929 führte die erste Autobuslinie von Eisendorf über Weissensulz nach Ronsberg. 1935 wurde ein Kriegerdenkmal für die im 1. Weltkrieg gefallenen Soldaten erichtet. Am 4. Oktober 1938 besetzte die Deutsche Wehrmacht Eisendorf. Am 25. April 1945 besetzten Amerikanische Truppen Eisendorf. Nach dem Kriegsende wurden die Deutschen in Eisendorf von den Tschechen vertrieben. Die katholische Kirche St. Barbara soll eine der schönsten Kirchen der Umgebung gewesen sein. Wie viele andere Kirchen dieser Region wurde sie nach dem 2. Weltkrieg vollständig zerstört.

Mehr zur Geschichte von Eisendorf, dessen Kirche, Schule, Vereine und Bewohner findet man auf der Website des Heimatkreises Bischofteinitz.

http://bischofteinitz.de/orte/eisendorf.htm

Mein Urgrossonkel Anselm Beinberger, Ökonomenssohn von Peiting/Schongau in Bayern, gehörte der Königlich Bayrischen Armee an. Geboren am 3. August 1894, gefallen am 3. September 1915, gestorben den Heldentod fürs Vaterland, in Montauban an der Somme in der Picardie. 

Auf dem Leidhelgeli steht 1. Infanterie Regiment, 1. Feldpionier Kompagnie. Diese Einheit war bis im Oktober 1915 in der Region um Péronne und Maricourt im Stellungskrieg. Gemäss der Bayerischen Verlustliste Nr. 222 vom 21.September 1915 war er Angehöriger der 8. Kompagnie des 1. Infanterie Regiments.

Text auf dem Leidhelgeli: Lebt wohl ihr teuren Seelen, In Todeswunden noch dacht ich an Euch zurück. Ihr werdet oft vom grossen Krieg erzählen, weist meinem fernen Grab dann Euren Blick. Wohl werd ich nun im Siegesheimzug fehlen: O weinet nicht! Beneidet mir mein Glück! Ich bin am Ziel, am herrlichsten von allen, bin für mein Vaterland den Heldentod gefallen.

Er ruht im Gemeinschaftsgrab auf dem Deutschen Soldatenfriedhof in Fricourt an der Somme in der Picardie. Dies ist ein eher kleiner Soldatenfriedhof. Neben den vier Gemeinschaftgräbern  gibt es auch ein Gräberfeld mit einfachen Kreuzen. Unter jedem Kreuz liegen jeweils vier Soldaten begraben. Sie wurden in den 20iger Jahren von verschiedenen Dorffriedhöfen hierher umgebettet. 

Mein Grossonkel Franz Iten von Unterägeri war wohl während des ersten Welt- krieges im Aktivdienst. Es ist eine Karte von ihm erhalten geblieben, auf der das Zuger Battalion 48 abgebildet ist. Die Uniformen, Kopfbedeckungen und Gewehre mit aufgesetzten Bajonetten weisen auf die Zeit des ersten Weltkrieges hin. Mein Grossonkel Franz Iten war zu Beginn dieses Weltkrieges 20 Jahre alt.

Meine Urgrossonkel Josef, Christian und evtl. auch Ventur Letter waren damals ebenfalls im Aktivdienst. Sie ersuchten beim Vorgesetzten um Entlassung aus dem Dienst, da auf dem elterlichen Bauernhof dringend männliche Arbeits- kräfte benötigt wurden. (Der Vater Ventur Letter war gestorben und der Bruder Dominik nach Amerika ausgewandert). Aussage meines Grossonkels Peter Iten.

Von meinen ausgewanderten Vorfahren bzw. deren Nachkommen haben sich mindestens fünf für den World War One Draft registrieren lassen: Johann Josef Iten, Josef Anton Iten und Dominik Letter in Kalifornien, Carl Iten in Wisconsin und Herman Anton Weigle in Nebraska. Dass ein World War One Draft Record vorhanden ist, sagt aber noch nichts darüber aus, ob die betreffende Person auch wirklich Soldat im ersten Weltkrieg wurde. 

Mein Grossvater Alfred Iten war während des zweiten Weltkrieges im Militär-dienst. Er wurde von seinem Pferd so schwer verwundet, dass er eine Niere verlor und mehrere Monate im Spital Schwyz liegen musste. Aus dieser Zeit ist noch eine Karte erhalten geblieben, die er den Angehörigen nach Hause sandte.

Mein Grossonkel Hugo Beinberger von Peiting/Bayern war während des zweiten Weltkrieges an der Ostfront im Einsatz (u.a. Stalingrad) und geriet in Russische Kriegsgefangenschaft. Wie er erzählte, kam er früher als viele andere Deutsche wieder nach Hause, weil die Russen ihn für einen Österreicher hielten.

Urgrossonkel Eduard Beinberger war wohl Obergefreiter oder Wachtmeister  der Flakartillerie der Luftwaffe. Urgrossonkel Engelbert Beinberger war wohl  im Deutschen Afrikakorps und Ferdinand, der Neffe der beiden, war bei den Gebirgsjägern im Kriegseinsatz. Meine Urgrosstante Theresia Beinberger war  in dieser Zeit Krankenpflegerin des Roten Kreuzes.

Walter Josef Iten, Sohn von Josef Anton Iten und Lena Meier, war Private in der US-Army. Nach dem Trainingscamp in Truckee/Kalifornien war er im 2. Weltkrieg zwei Jahre in Alaska (Aleuten) im Einsatz gegen die Japaner. Auch Frank Dominik Letter hatte sich im 2. Weltkrieg wieder freiwillig zum Einsatz gemelder, er wurde jedoch abgelehnt.

Familie Sager Fränzeli: Vater Franz Iten war bereits gestorben. Mutter Marie Iten sitzt in der Mitte. Hinter ihr (3.v.l.) steht der älteste Sohn Franz. Ganz rechts aussen sitzt der jüngste Sohn Alfred, mein Grossvater.

Das Zuger Battalion 48 zur Zeit des Ersten Weltkrieges. Diese Feldpostkarte sandte Franz Iten an seine Mutter Witwe Marie Iten.

Kompletter Stammbaum bis zu meinen Ururgrosseltern:

http://gw1.geneanet.org/index.php3?b=svenja1978


22. Mai 1955, die letzte Fahrt des Trams Zug-Ägerital. Links bei der Palme befindet sich das damalige Restaurant Seefeld (heute der Neubau Seminar-Hotel). Rechts vorne beim Tram das Restaurant Krone und das alte Schulhaus am Dorfplatz (helles Haus). Eines der beiden Häuser rechts in der Mitte ist die Eisenhandlung. Rechts im Vordergrund befindet sich die Garage Hurschler. Dieses Haus steht schon mehr als 40 Jahre nicht mehr. Die anderen Häuser stehen alle heute noch.

Unterägeri liegt am unteren Ende des Ägerisees, zu Füssen des Rossberges und des Zugerberges. Es wurde früher Wylägeri genannt und war ein Bauerndorf mit einigen Handwerkern. Auch der Wald wurde genutzt, wobei das Holz von der anderen Seite des Sees geflösst werden musste. Seit 1714 ist Unterägeri eine eigene Pfarrei und seit 1814 eine eigene Gemeinde (vorher Teil von Oberägeri). Die Marienkirche wurde 1721 geweiht und 1978 restauriert. Die neugotische Pfarrkirche wurde von 1857 bis 1860 erbaut. Unterägeri gehört zum Kanton Zug, war aber von Zug her lange Zeit nicht erschlossen. Erst als es gelang, das Lorzentobel zu überbrücken, führte eine Strasse direkt von Zug nach Unterägeri. Mit dem öffentlichen Verkehr konnte man Unterägeri ab dem 27.04.1913 per Tram erreichen. Am 22. Mai 1955 wurde die Tramlinie eingestellt und durch eine Buslinie ersetzt. Die Haupthaltestelle im Dorf wird auch heute noch von vielen Leuten Bahnhof genannt. Vom Rossberg her fliesst der Hüribach zum Ägereisee. Im Hürital befinden sich viele Bauernhöfe, aber auch drei Sagereien. Eine davon gehörte meinem Urgrossvater, deshalb wurde er auch Sager Fränzeli genannt. Mit der Inbetriebnahme einer Spinnerei an der Lorze kam die Industrialisierung auch ins Ägerital. Weiter unten am gleichen Fluss gab es bald eine zweite Spinnerei. Darum herum wurden einige Wohnhäuser für die Arbeiter erbaut, so entstand die Siedlung Neuägeri. Später wurde Unterägeri auch national bekannt als Kurort, speziell für lungenkranke/tuberkulöse Kinder. Für die Kurgäste wurden auch einige Parks gestaltet, zum Beispiel oberhalb der damaligen Klinik St. Anna. Heute ist nicht mehr viel zu sehen von diesem Park, vielmehr findet man dort ein kleines Wäldchen. Am Standort der ehemaligen Klinik St. Anna stehen heute Alterswohnungen. In Unterägeri gibt es auch ein Altersheim, allerdings befindet sich dieses ausserhalb des Dorfes auf einem kleinen Hügel. Es wird „Chlösterli“ genannt, denn früher stand dort tatsächlich ein kleines Frauenkloster. Den früheren Namen Unterägeris findet man noch im Namen der Fasnachtsgesell- schaft „Wylägerer Narrenfasnacht“. Diese wird noch immer mit einigen alten Figuren (Badjöggel und Nüssler) und Bräuchen durchgeführt: Nach dem Umzug gibt es ein Bühnenspiel, die Kinder erhalten ein Paket mit Esswaren, auf dem Dorfplatz werden Orangen ausgeworfen und die Nüssler verteilen Brote, die sie an ihren Besenstielen befestigt haben. Tradition hat auch der „Ägerimärcht“, ein grosser Jahrmarkt im Dorfkern, der jeweils am ersten Wochenende im September stattfindet. Auf der Hauptstrasse (vom Busbahnhof bis zur Lidostrasse) und auf der Oberdorfstrasse reihen sich die diversen Stände aneinander. Auf dem alten Schulhausplatz (Parkplatz bei der Kirche) befindet sich dann jeweils der Lunapark.

Ein Nüssler mit seinem Besen voll feinem Narrenbrot am Ende des Umzugs vor dem Alten Schulhaus am Dorfplatz. (Fasnacht 2004)

Oberägeri war die erste Gemeinde im Ägerital (erstmals im 10. Jh. schriftlich erwähnt) und ist heute flächenmässig die grösste Gemeinde im Kanton Zug. Zu Oberägeri gehören nämlich auch Morgarten/Hauptsee (bekannter Schlachtort) und der Weiler Alosen an der Strasse über den Raten. Von der Passhöhe aus kann man einen kleinen Spaziergang zur Kapelle St. Jost machen, die 1701 geweiht wurde. Auf der anderen Seite des Ratens grenzt Oberägeri mit dem Ägeriried an das bekannte Moorgebiet von Rothenturm. Früher gehörte auch Unterägeri, damals noch Wylägeri genannt, zu Oberägeri. Die Schlacht bei Morgarten fand am 15.11. im Jahre 1315 statt. Herzog Leopold von Österreich verlor gegen die Waldstätter, die sich im hügeligen Gelände besser auskannten und sich wendiger bewegen konnten als die berittenen Soldaten. An die Schlacht bei Morgarten erinnert heute noch ein grosses Denkmal in der Nähe des Restaurants Buechwäldli. Allerdings ist es nicht sicher, ob die Schlacht genau dort stattgefunden hat. Es gibt Thesen, nach denen der Schlachtort weiter Richtung Sattel im Gebiet Schorneren gewesen sein soll. Dort befindet sich auch die Schlachtkapelle mit einem imposanten Gemälde an der Fassade. Auf der anderen Strassenseite erhebt sich noch der alte Letziturm, der jedoch erst einige Jahre nach der Schlacht erbaut worden ist. Zu den ältesten Gebäuden in Oberägeri gehören das Pfrundhaus (1425) und das Zurlaubenhaus (1574). Die Pfarrkirche von Oberägeri ist St. Peter und St. Paul geweiht und enthält ein uraltes Lamm Gottes. Der Chor stammt noch aus dem Vorgängerbau von 1492, zwei der früheren Altarflügel befinden sich im Landesmuseum. Das Beinhaus St. Michael wurde 1496/97 erbaut und hat gotische Wandmalereien. Speziell an der Pfarrkirche sind die Fenster, die alle mit Familienwappen bemalt sind. Als eines der sieben ältesten Geschlechter in Oberägeri fehlt auch das Wappen der Familie Iten nicht. Bei der Kirche fliesst der Dorfbach vorbei, der früher mehrmals über die Ufer trat. Eine Gedenktafel vor der Kirche erinnert an das letzte grosse Unglück dieser Art. Da früher viele Pilger auf dem Weg nach Einsiedeln nach Oberägeri kamen, gab und gibt es dort sehr viele Restaurants. Auffällig ist dabei, dass die meisten einen Tiernamen tragen, vor allem diejenigen im Dorfkern. Auch in Oberägeri findet die Fasnacht noch nach alten Bräuchen statt und verläuft ähnlich wie in Unterägeri. Speziell ist, dass der Umzug hier jeweils um 13:15 Uhr beginnt, als Erinnerung an das Jahr der Schlacht bei Morgarten. Zudem soll die hiesige Fasnachtsfigur, der Legor, auf einen Hofnarren zurückgehen, der damals seinen Herrn in die Schlacht begleitete. Dieser Hofnarr ist übrigens auch auf dem weiter oben erwähnten Gemälde an der Fassade der Kapelle zu sehen. Der Weiler Alosen organisiert übrigens einen eigenen Fasnachts-Umzug mit Bühnenspiel.

Hier sehen Sie das pompöse Denkmal der Schlacht bei Morgarten. Es befindet sich auf einem Hügel beim Restaurant Buechwäldli.      Es wurde am 2. August 1908 mit einem grossen Fest eingeweiht. Jedes Jahr findet Mitte November beim Denkmal das traditionelle Morgarten- schiessen statt.

Aus dem Aufsatzheft meiner Urgrossmutter Stefania Iten-Letter (1895-1977)

Das Ägerital am 2. August 1908

Das Ägerital war an diesem Tag lieblich anzusehen. An der Kantonsstrasse waren prächtige Bogen mit reimenden Inschriften errichtet. Es reihten sich Kränze an Kränze und Blumen an Blumen. Es ist gottlob schönes Wetter gewesen. Der liebe Gott hat seine milde Hand über uns aufgetan und liess früh am Morgen die goldene Sonne aufstehen. Der See war hellblau und in ihm spiegelten sich die bewaldeten Abhänge des Kaiserstockes. Gewiss gefiel an diesem Tage unser Tal den Fremden ausgezeichnet. Die Bewohner des Tales waren auch alle voll Freude und überall wurde von dem Feste gesprochen. Die kostümierte Schuljugend jubelte auf vor Freude an diesem Tage. Auf der Fahrt nach Sattel jauchzten wir voll Freude auf unseren Wagen und rühmten das liebe Heimattal. Von allen Seiten her waren an diesem Tage Freunde gekommen um an der Einweihung des Morgarten-Denkmales teil zu nehmen. Man konnte den Leuten die Freude vom Gesichte ablesen. Des Tags über erglänzte das Tal in hellem Sonnenschein; am Abend wurde es bis gegen Nachts um 11 Uhr von Feuerwerks… beleuchtet. An allen Häusern brannten bis zum Dachgiebel hinauf Kerzen. Auch das Denkmal sah aus wie Glut. Es war bengalisch beleuchtet.